Auf der Suche nach Party und Partnern: Wie und wo Jugendliche ihren Urlaub verbringen

Fun, Fun, Fun


Qual der Wahl: Wassersport am Strand von Mallorca oder...
"Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen," singen die Massiven Töne. 40 Prozent der fünf Millionen deutschen Jugendlichen werden mindestens einmal im Jahr so lässig wie Hip-Hopper, wenn sie sich ohne Eltern auf die Reise machen.

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (F.U.R.) liefert die knallharten Beweise: 14- bis 19-Jährige erwarten vom Urlaub Spaß, Party und Sonne. Was für eine Überraschung! Am liebsten baden sie im Meer, treiben Sport, feiern, flirten, faulenzen und – man mag's kaum glauben – schlafen.

Im Durchschnitt nimmt sich die Jugend fürs Reisen 12,7 Tage Zeit im Jahr, gibt dafür insgesamt 2,7 Milliarden Euro aus und steuert am liebsten Ziele in Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen), Spanien, Italien und Frankreich an. Klar, dass sich kommerzielle Anbieter von Jugendreisen alles Mögliche einfallen lassen, um an die Urlaubskasse ihrer Klientel zu kommen.


... NBA-Basketball in Bad Honnef?
Neben Fun-Urlaub sind vor allem Sprachreisen und Aktivtouren angesagt. Um in dem Angebotswust die Übersicht zu behalten, hat der Bund mit den Veranstaltern ein Qualitätssiegel entwickelt, das die Spreu vom Weizen trennt.

Deutsches Jugendherbergswerk (DJH), RUF-Jugendreisen und andere Kinderverschicker dürfen sich mit dem "Gut Drauf"-Siegel schmücken. Es steht für jugend- und gesundheitsgerechte Elemente wie ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und wenig Alkohol. Und lässt die daheim gebliebenen Eltern sorgenfrei zurück.

Einen guten Marktüberblick liefert das Bundesforum Kinder- und Jugendreisen. 250 Veranstalter sind mit ihren Angeboten unter www.ferienboerse.net. vertreten.

Ganz vorne in der Gunst der Feriennovizen stehen Partymetropolen wie Lloret de Mar, Calella, Rimini und Mallorca.

Auch RUF-Jugendreisen setzt auf diese Orte, bietet den Strandurlaub in Kombination mit Beachvolleyball und Ausflügen an. Übernachtet wird im Hotel oder in Zelten.

"Englisch büffeln auf Malta" oder "Windhunde beim Rennen in Irland anfeuern" hinkt auf der Beliebtheitsskala etwas hinterher. Aber natürlich stehen auch Schlauberger oder solche, die es werden wollen, dank RUF-Sprach- und Kulturreisen nicht im Abseits.


Hier sehen Sie, was junge Leute vom Urlaub erwarten
Die Carl Duisberg Centren liefern den Englischkurs in Kanada. Fluss-Rafting inklusive, aber nicht gleichzeitig. Nervenstarke über 18-Jährige können sich an der Betreuung amerikanischer Kinder in US-Feriencamps versuchen. Und gleichzeitig ein paar extravagante Fluchfloskeln für den Alltagsgebrauch aufschnappen.

ITS organisiert in Deutschland und Österreich Reit-, Computer- und Basketball-Camps, lässt sogar NBA-Spieler wie Scott Williams und Darvin Han nach Bad Honnef einfliegen.

Das Taubertal auf Skates erobern, Höxter vom Fallschirm aus sehen und das Allgäu beim Canyoning erleben: All das geht mit dem DJH. Wer es spannend will, geht ins Feriencamp an die Meerbuscher Stuntschule Movie Kids.


Reisen im Netz
www.ferienboerse.net
www.jugendherberge.de
www.ruf.de
www.its.de
www.youngtour.de
www.bahn.de
www.hospitalityclub.org
www.cdc.de
www.movie-kids.de
www.campamerica.de
www.kungfureisen.de
 
Etwas ruhiger und etwas weiter weg darf es mit FBI-Reisen in China sein: Nach drei Wochen Training im Shaolin-Institut bringt einen keine Mutter und keine Matheklausur der Welt mehr aus der Fassung.

Ganz Europa lässt sich mit der Bahn erobern. Mit dem Rucksackreise-Klassiker InterRail, N8Zug Junior-Ticket und ScanRail-Pass kommen Unerschrockene in die richtigen Gleise. Aber nur, wenn man das nicht immer transparente Angebot einigermaßen durchblickt.

Kombinieren lassen sich Bahnreisen und die bei Jugendlichen immer beliebteren Billigflüge – falls man welche ergattern kann – mit dem Hospitality Club im Internet. Hier gilt das Prinzip der Gastfreundschaft: Wird man Mitglied (kostenlos), zeigt man sich bereit, andere Mitglieder aus aller Welt bei einem Deutschland-Besuch unterzubringen.

Gleiches kann man selbst weltweit in Anspruch nehmen. Eine günstigere Unterkunft nebst einheimischen Insidertipps ist schwer vorstellbar. Silke Meny

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